Verbandsversammlung
Kreisfeuerwehrverbandsversammlung in Barig-Selbenhausen – Jubiläum, Einsätze und Auszeichnungen

Die diesjährige Versammlung des Kreisfeuerwehrverbands Limburg-Weilburg fand in Barig-Selbenhausen statt und das unter besonderen Vorzeichen: Der Verband feiert sein 50-jähriges Bestehen. Doch nicht nur das Jubiläum sorgte für Gesprächsstoff.
Kurz vor Beginn der Veranstaltung wurden die Einsatzkräfte aus Barig-Selbenhausen wie auch die anderen Wehren aus dem Marktflecken Merenberg zu einem Brandeinsatz nach Allendorf gerufen. Dadurch konnte die gastgebende Wehr nicht an der feierlichen Bannerübergabe teilnehmen – ein eher ungewöhnlicher Start. Die Feuerwehr Elbtal, die im Vorjahr Ausrichter war, stellte das Banner kurzerhand im Dorfgemeinschaftshaus auf. Die offizielle Übergabe soll nachgeholt werden.
Trotzdem war das Dorfgemeinschaftshaus gut gefüllt, und die Liste der Ehrengäste, die der Verbandsvorsitzende Thomas Schmidt begrüßen konnte, war lang. In seinem Jahresbericht blickte er auf ein ereignisreiches Jahr 2024 zurück – unter anderem mit dem wohl größten Einsatz in der Geschichte des Verbands: Ein Gasaustritt in Hadamar-Niederzeuzheim beschäftigte Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW, DRK und weiteren Hilfsorganisationen ganze sechs Tage. Rund 170 Tonnen Flüssiggas waren ausgetreten – eine Lage, auf die es keine fertigen Einsatzkonzepte gab. Der Einsatz konnte nur durch Zusammenhalt, Vertrauen und viel Erfahrung gemeistert werden – zum Glück ohne verletzte Kräfte.
Starkregen, Hochwasser und viele Einsätze
Weitere große Herausforderungen waren die Starkregenereignisse, die insbesondere die Kommunen Bad Camberg, Selters, Brechen und Eschhofen schwer getroffen haben. Keller liefen voll, Straßen standen unter Wasser, und die örtlichen Wehren waren im Dauereinsatz. Teile des nördlichen Landkreises mussten zur Unterstützung in den Süden verlegt werden. "2024 war definitiv kein ruhiges Jahr für unsere Feuerwehren", so das Fazit von Thomas Schmidt.
Trotz der wachsenden Belastung bleibt die Mitgliederzahl erfreulich stabil – gerade bei den Kinderfeuerwehren, die mit über 1000 Mädchen und Jungen einen neuen Höchststand erreicht haben. Ein großes Thema im vergangenen Jahr war auch das 50-jährige Jubiläum des Kreisfeuerwehrverbands. Viele Veranstaltungen fanden bereits statt, darunter die feierliche Floriansmesse im Limburger Dom, der Frühschoppen der Ehren- und Altersabteilungen in Barig-Selbenhausen sowie der Feuerwehrlauf mit über 300 Teilnehmenden. Dabei kamen 1600 Euro Spendengeld für die Ernst-Joeres-Stiftung zusammen.
Auch das Kreisjugendfeuerwehr-Zeltlager mit etwa 1000 Teilnehmenden sowie der Kreiskinderfeuerwehrtag mit rund 600 Kindern fanden großen Anklang. Weitere Highlights sind die Oldtimerschau am 27. Juli und der Brandschutztag am 20. September – alles Veranstaltungen, die nicht nur die Gemeinschaft stärken, sondern auch die Feuerwehrarbeit sichtbar machen.
Neues Abzeichen für Atemschutzgeräteträger
Seit Anfang 2024 gibt es beim Nassauischen Feuerwehrverband ein neues Leistungsabzeichen für langjährige Atemschutzgeräteträger. Bereits im ersten Jahr wurden über 250 Anträge gestellt – 126 in Bronze (ab fünf Jahre), 77 in Silber (ab 15 Jahre) und 52 in Gold (ab 25 Jahre).
Im gesamten Landkreis kamen 2024 über 6000 Stunden an ehrenamtlicher Verbandsarbeit zusammen – zusätzlich zum regulären Dienst in den Ortsteil-Feuerwehren. In den vergangenen acht Jahren wurden somit über 73.000 Stunden für die Verbandsarbeit geleistet – eine starke Leistung.
Mit Blick auf 2026 kündigte der Vorsitzende personelle Veränderungen im Vorstand an. Einige langjährige Mitglieder scheiden altersbedingt aus. Die Suche nach geeigneten Nachfolgerinnen und Nachfolgern läuft bereits erfolgreich.
Ehrungen für verdiente Feuerwehrkameraden
Zum Abschluss der Versammlung wurden mehrere Kameraden für ihren langjährigen Einsatz und ihr besonderes Engagement ausgezeichnet:
Das Ehrenkreuz in Bronze des Deutschen Feuerwehrverbands erhielten Ulrich Mühlbauer (Hasselbach) und Thomas Lommel (Rohnstadt).
Karl-Heinz Wüst (Dorndorf) wurde mit dem Ehrenkreuz in Silber ausgezeichnet.
Dirk Tovornik (Obertiefenbach) erhielt das Silberne Brandschutzverdienstzeichen.
Landrat Michael Köberle (CDU) wurde mit der Deutschen Feuerwehr-Ehrenmedaille geehrt.

