Jugendfeuerwehren Merenberg
15 Jahre aktiv und mobil!
Seit ihrer Gründung am 18. August 1990 haben die
Jugendfeuerwehren des Marktfleckens Merenberg sich zu einem stabilen und festen
Faktor der Freiwilligen Feuerwehren in Merenberg entwickelt.
Rückblickend auf die letzten fünfzehn Jahre kann von vielfältigen Aktivitäten im
Bereich der Jugendarbeit, des Umweltschutzes und der Ausbildung in den
Jugendfeuerwehren berichtet werden. Dass dies in den Anfängen nicht immer
einfach war, kann man aus dem ersten Jahresbericht des
Gemeindejugendfeuerwehrwartes Manfred Rohletter vom 28.12.1990 erkennen.
Zum damaligen Zeitpunkt waren die einzelnen Ortsteil-Jugendfeuerwehren noch in
drei Gruppen eingeteilt. Merenberg und Barig-Selbenhausen bildete jeweils eine
eigenständige Gruppe. Die Ortsteile Allendorf, Reichenborn und Rückershausen
stellten eine dritte Gruppe dar, da sich aufgrund der anfangs vorhandenen
Mitgliederzahl die Bildung von einzelnen, selbständigen Jugendfeuerwehren in den
kleineren Ortsteilen noch nicht als erforderlich zeigte. Eine solche Einteilung
und das “Neuland“ Jugendfeuerwehr war natürlich zunächst mit viel Arbeit und
Einsatz verbunden; angefangen bei der Ausarbeitung von Übungsplänen bis hin zur
Organisation von Fahrdiensten.
Dies änderte sich jedoch sehr schnell. So konnte man bereits im April 1991
feststellen, dass mit dem Mitgliederbestand von 74 Jugendlichen nur noch
Allendorf und Rückershausen eine gemeinsame Übungsgruppe bildeten. Diese Gruppe
wurde wiederum zwei Jahre später getrennt und bildet seitdem die Übungsgruppen
vier und fünf.
Auch die Jugendwarte und der Gemeindebrandinspektor, Waldemar Röth, wurden
entsprechend geschult, um dem Abenteuer Jugendfeuerwehr gerecht zu werden.
Heute hat jeder Ortsteil eine eigenständige Jugendfeuerwehr, wobei die
Vergangenheit sich insofern immer noch auswirkt, dass es im Marktflecken
Merenberg keine voneinander unabhängig agierenden Jugendfeuerwehren gibt. Die
Zusammenarbeit zwischen den Ortsteilen - sei es bei der Leistungsspange,
Umweltaktionen, Freizeitfahrten oder Zeltlagern – wird nach wie vor groß
geschrieben.
Zu den Aktivitäten in den vergangenen fünfzehn Jahren ist insbesondere
anzumerken, dass sich die Jugendfeuerwehren von Anfang an dem Umweltschutz
verschrieben haben. So wurde in einer Zeit, in der es noch keine "blauen Tonnen"
gab, Altpapier gesammelt. Ein weiterer Renner war und ist auch heute noch das
Einsammeln und umweltverträgliche Verwerten von Weihnachtsbäumen. Besonders
hervorzuheben ist die seit 1991 bestehende "Bachpatenschaft" der Jugendfeuerwehr
Barig-Selbenhausen.
Auf der kreativen Seite bewegt sich die Jugendfeuerwehr Allendorf. Die Gruppe
trifft sich zusätzlich zu den Übungsstunden immer montags, um den sportlichen
Ehrgeiz zu fördern. Mit deren jährlicher Teilnahme an den Faschingsaktivitäten
des Markfleckens wurden schon zahlreiche Tänze einstudiert, Kostüme genäht und
Faschingswagen gebaut.
Neben den allgemeinen Übungsstunden in den einzelnen Jugendfeuerwehren wurden
viele Freizeitaktivitäten gemeinsam unternommen. Nachtwanderungen,
Bildungsbesuche in Museen und Feuerwehrstützpunkten, sowie Fahrten zur
Flughafen-Feuerwehr in Frankfurt sind feste Termine in den Übungsplänen der
Jugendfeuerwehren. Auch Ein- oder Zwei-Tages-Fahrten in Freizeitparks sehen die
Jugendlichen jedes zweite Jahr mit viel Freude entgegen.
Ein besonderes Ereignis erlebten die Jugendfeuerwehren in 2003. Eine
Drei-Tages-Fahrt mit Selbstverpflegung stand auf unserem Programm. Ausgeschmückt
wurde diese Fahrt mit einer Kanutour auf der Lahn, einer Nachtwanderung, Besuche
in Museen und einem Schwimmbadbesuch. Die Selbstverpflegung war natürlich immer
Mittelpunkt dieser Fahrt. Nach einem „italienischen“ Abendessen konnte mit dem
geplanten „Überlebenskampf“ begonnen werden! Zahlreiche lustige Spiele und
Aufgaben mussten bewältigt werden. Sonntags nahmen wir noch ein zünftiges
Mittagessen zu uns und beschlossen unsere Drei-Tages-Fahrt mit einigen Spielen
und natürlich dem Abbau!
Der Mitgliederbestand der Jugendfeuerwehren ist seit der Gründung weitgehend
stabil geblieben. Von anfänglichen 74 Mitgliedern wuchsen die Jugendfeuerwehren
in Merenberg auf über 100 Mitglieder an. Seit den letzten drei Jahren haben sich
die Mitglieder auf eine Durchschnittszahl von 80 Jugendlichen eingependelt. Hier
ist besonders darauf hinzuweisen ist, dass sich in den letzten Jahren der
Mitgliederanteil der Mädchen kontinuierlich erhöht hat.
Unbestrittener Höhepunkt der Jugendfeuerwehrarbeit sind und waren natürlich die
Zeltlager des Kreises Limburg-Weilburg. Dies wird nur noch dadurch getoppt, dass
sich die Freiwilligen Feuerwehren des Markfleckens Merenberg mit ihren
Jugendfeuerwehren bereits im Jahr 1993 als Ausrichter des gelungenen Kreis-
Jugendfeuerwehr Zeltlagers in Reichenborn zur Verfügung gestellt haben. Dies war
für unsere Jugendfeuerwehren sowohl ein veranstaltungstechnischer wie auch
organisatorischer Höhepunkt in den fünfzehn Jahren ihres Bestehens. Auch im
Jahre 2005, fünfzehn Jahre nach der Gründung der Jugendfeuerwehren Allendorf,
Barig-Selbenhausen, Merenberg, Reichenborn und Rückershausen, stehen wir noch
einmal als Ausrichter des Kreis-Jugendfeuerwehr Zeltlagers zur Verfügung.
Mit der Teilnahme an den vergangenen Zeltlagern sind in den Jugendfeuerwehren
Aktivitäten herangewachsen, die auch in der Öffentlichkeit wirksam dargestellt
wurden. Zu erwähnen sind hier die Ausrichtungen von verschiedenen Workshops im
Zeltlager und die Teilnahme an den bunten Abenden während der Zeltlager. Ob es
die allen Teilnehmern noch gut in Erinnerung gebliebenen Vorführungen der
Jugendfeuerwehr Merenberg mit ihrer Playback-Show oder die Jugendfeuerwehr
Allendorf mit eigens dafür einstudierten Tänzen war. Letztere sind auch mit
öffentlichen Auftritten bei Veranstaltungen in den Ortsteilen und der Umgebung
präsent. Mit dem jährlich stattfindenden „Tag der Jugendfeuerwehr“ bieten wir
der Öffentlichkeit einen Blick in unsere Übungspläne und zeigen uns mit all
unserem Können als Nachwuchsgruppen der Freiwilligen Feuerwehren.
All dies zeigt, dass die Jugendfeuerwehren nicht nur mit der Intension gegründet
wurden, Nachwuchs für die Einsatzabteilungen heranzubilden, sondern auch die
allgemeine Jugendarbeit mit in die Arbeit der Jugendfeuerwehren einzubinden.
Soweit wir heute zurückblicken können, ist uns das bisher sehr gut gelungen. Die
Jugendlichen haben unser Wissen angenommen und konnten zumindest ein gewisses
Maß an Verantwortung für die Gesellschaft mitnehmen. In den vergangenen fünfzehn
Jahren konnten über 35 Jugendliche in die Einsatzabteilungen der einzelnen
Ortsteile übernommen werden. Auch der neu gegründete Katastrophenschutz-Zug
bietet gerade dem Nachwuchs eine gute Alternative zum Wehrdienst.
Für die Zukunft sind die Jugendfeuerwehren der Gemeinde Merenberg nach den
Erfahrungen der Vergangenheit auf dem richtigen Weg. Die Arbeit mit den
Jugendlichen in den Jugendfeuerwehren hat sich kontinuierlich entwickelt und
wird sicherlich nicht auf dem heutigen Stand stehen bleiben. Bei den
Jugendwarten/innen ist eine entsprechende Begeisterung für die Jugendarbeit und
somit auch Verantwortung zu erkennen. Besonders schön ist es natürlich, einen
Blick auf die heutigen Jugendwarte/innen und Betreuer/innen zu werfen: 4/5 der
Ausbilder sind in der eigenen Jugendfeuerwehr herangewachsen und haben u. a. das
feuerwehrtechnische Wissen von klein auf erlernt.
Besonderen Dank gilt den Betreuern und Initiatoren, die seit 1990 sowohl die
Gründung der Jugendfeuerwehren ins Rollen gebracht, als auch die
Jugendfeuerwehren auf ihrem 15-jährigen Weg begleitet haben und noch weiterhin
begleiten werden.
Vielen Dank gilt auch dem Markflecken Merenberg und den in Merenberg und den
Ortsteilen ansässigen Betrieben für die Unterstützung, die sie den
Jugendfeuerwehren gegeben haben.
Besonders hervorheben möchten wir an dieser Stelle noch einmal unseren
Gemeindebrandinspektor Waldemar Röth. Als Mitinitiator für die Gründung der
Jugendfeuerwehren hat er sich stets für unsere Wünsche und Belange eingesetzt.
Bei ihm haben die Jugendfeuerwehren immer ein offenes Ohr gefunden.

