Barig-Selbenhausen 
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Merenberger Katastrophenschutzzug zu Besuch im ehemaligen Regierungsbunker

Er war das geheimste Bauwerk seiner Zeit: Der Regierungsbunker der Dienststelle Marienthal oder wie seine offizielle Bezeichnung zur Zeit des kalten Krieges war, der „Ausweichsitz der Verfassungsorgane des Bundes im Krisen- und Verteidigungsfall zur Wahrung von deren Funktionstüchtigkeit“. Heute ist nur noch ein Bruchteil seiner ursprünglichen Größe zu besichtigen. Eindrucksvoll zeigt jedoch die 2008 eröffnete Dokumentationsstätte, wie sich zur Zeit seines Baubeginns 1960 bis zum Mauerfall auf einen möglichen Atomkrieg vorbereitet wurde.

In Rahmen der vorgeschriebenen Zivilschutzausbildung hat sich der Merenberger Katastrophenschutzzug – der 8. Löschzug des Landkreises Limburg-Weilburg – über die Wirkung von Kriegswaffen und entsprechenden Schutzmaßnahmen anlässlich einer Exkursion nach Bad Neuenahr-Ahrweiler informiert. Unter sachkundiger Führung eines von ehemals 150 zum Betrieb des Bunkers beschäftigten Mitarbeiters haben die Katastrophenschutzhelfer den Bunkeralltag kennen gelernt. Besonders beeindruckend waren dessen Dimensionen: 936 Schlaf- und 897 Büro- und Konferenzräume auf einer Gesamtlänge von über 17 Kilometern. Tonnenschwere Bunkertüren, die über 3000 Personen der Bundesregierung über 30 Tage Schutz bieten sollten. Luxus Fehlanzeige; sogar der Bundespräsident hätte auf einem Kasernenbett schlafen müssen. Angeblich soll der Bau des Bunkers zwei Milliarden DM gekostet haben, was jedoch heute wegen der geheimhaltungsbedingten Verschleierung der Entstehungskosten nicht mehr genau nachzuvollziehen ist.